PSV Sieboldshöhe - TuS Röllbach   1:3 (0:2)

 

Am dritten Rückrundenspieltag führte den Tabellenzweiten der Weg zur Post nach Würzburg. Bei –für einen späten Novemberspieltag- sehr guten äußeren Bedingungen und aufgrund des seit mindestens einer Woche trockenen Wetters erwartete den TuS ein bestens bespielbarer Rasensportplatz, wovon man sich bereits beim Gang in die Kabine überzeugen konnte. Die Überraschung war jedoch groß, wurde der Rasenplatz doch kurzerhand vom Gastgeber gesperrt und auf Gästeseite durfte man sich auf den „Kunst-Teppich-Platz“ „freuen“.

Eigentlich eine Frechheit und umso überraschender, zumal man in den vergangenen Jahren bei weitaus schlechteren Bedingungen immer auf einem Rasenplatz gespielt hatte … an einer übermäßigen Sorge der Gastgeber um ihr Grün kann es wohl demnach nicht gelegen haben!? Letztlich konnte man sich auf Röllbacher Seite über diese lächerliche und eigentlich auch peinliche Handlungsweise der Post nur wundern, denn ändern konnte man es nicht und man musste sich mit den veränderten Spielbedingungen abfinden.

Umso mehr muss man der Elf um Co-Trainer Arno Hofmann und Kapitän Florian „Shibby“ Grimm, der sich trotz eines in der vergangenen Woche erlittenen Augen-„Cuts“ fraglos zur Verfügung stellte, ein großes Kompliment machen. Die Mannschaft zeigte von Beginn an, warum sie sich von Nichts und Niemandem aufhalten lassen will … im Gegenteil: Der TuS schien sogar noch einen Tick motivierter zu sein und wollte unbedingt seinen Teil dazu beitragen, dass man im nächsten Jahr nicht mehr auf die Sieboldshöhe fahren muss.

 

… aber nun endlich zum Spiel:

Der TuS brauchte einige Zeit, um sich auf den veränderten Untergrund einzustellen. Der Gast vermied hierbei in der Anfangsphase riskante Bälle im Defensivverbund, um erst einmal Sicherheit in das eigene Spiel zu bekommen. Dennoch hatte Nico „Hecko“ Heckmann bereits in der 10.Min. nach toller Einzelaktion eine hervorragende Einschussmöglichkeit aus ca. 10 m Torentfernung, zog den Ball aber am kurzen Pfosten vorbei.

Die Post ihrerseits hatte in der Anfangsphase jeweils durch ihren besten Akteur Reichert ebenfalls gute bis sehr gute Möglichkeiten, scheiterte jedoch einmal am starken Keeper Erich Giesbrecht (5.Min., Schuss aus halblinker Position) oder zielte am Tor vorbei (15.Min., nach Alleingang).

Mit gefühlten 70 % Ballbesitz erspielten sich die Röllbacher Jungs in der Folgezeit jedoch ein klares Übergewicht, sodass auch zwangsläufig Chancen und schließlich auch Tore heraussprangen. Nach einem der unzähligen Fouls trat in der 17.Min. Alex „Ole“ Grimm zum Freistoß aus ca. 22 m Torentfernung an. Der Keeper der Gastgeber konnte den Ball nur nach Vorne abwehren und der starke Maxi Schreck staubte zum verdienten 1:0 ab. Wenig später (20.Min.) scheiterte Nico Weis –wiederum nach einem Freistoß- aus ca. 25 m am gut reagierenden Post-Keeper und in der 27.Min. scheiterte auch Fabi Wolf mit seinem Schuss aus ca. 25 m am einheimischen Torsteher.

Weitere 5 Minuten später war es wiederum Fabi Wolf, der sich auf Links durchsetzte, in den Strafraum eindrang, seinen Schuss aus ca. 12 m Torentfernung jedoch leider am linken Pfosten vorbeisetzte, evtl. wäre in dieser Szene auch ein Querpass auf den mitgelaufenen und völlig blank stehenden Maxi eine gute Option gewesen (32.Min.).

Der Gastgeber versuchte auf dem kleinen Spielfeld mit weiten Bällen seine Offensivkräfte Gärtner oder Reichert einzusetzen und hatte mit einem Schuss aus ca. 15m wiederum von Reichert seine wohl beste Möglichkeit der Partie. Der starke und v.a. bei zahlreichen hohen Bällen überaus sichere Röllbacher Schlussmann konnte jedoch die gute Torchance der Gastgeber vereiteln (35.Min.). Der TuS hatte sich mittlerweile auf den „Teppich“ eingestellt und wurde in der Folgezeit auch kombinationssicherer, was sich wenig später in DEM Highlight der Partie auch eindrucksvoll zeigte.

Ausgehend vom eigenen Strafraum kombinierte der TuS in der 37.Min. mit „One-Touch-Fußball“ in Form von Doppelpässen mit jeweils nur einem Kontakt bis zum Torerfolg im gegnerischen Strafraum. Initiator war bei dieser Aktion Thorsten Schnall, der nach Doppelpass mit Maxi die Kugel direkt auf Ole spielte und von diesem auch die Kugel direkt zurück erhielt. Danach gelang das Streitobjekt wiederum direkt zu dem mittlerweile in den Strafraum eingedrungenen Ole, sodass Letzterer mit einem gezielten Flachschuss ins untere Toreck zum 2:0 treffen konnte ... überaus beeindruckend v.a. wegen des hohen Spieltempos und der Präzision in den Ballpassagen.

Hätte Kapitän Shibby seinen Freistoß aus ca. 25 m nicht „nur“ an den Pfosten gesetzt (42.Min.), hätte es wenig später sogar mit einem 3:0 in die Pause gehen können. So blieb es aber erst einmal beim hochverdienten 2:0, mit dem dann auch die Seiten gewechselt wurden. 

Bayernliga-Referee Ehwald pfiff den zweiten Durchgang an und der Gast aus dem Spessart kam wesentlich besser zurück in die Partie und drängte auf die Entscheidung. So stand bereits in der 46.Min. Fabi Wolf nach toller Vorarbeit von Ole plötzlich alleine vor dem Post-Tor. Leider verzog er aus ca. 15 m Entfernung genauso, wie eine Minute später Maxi, der nach klasse Vorarbeit und Rückpass von Hecko aus ca. 16m am Keeper der Gastgeber scheiterte (47.Min.). Da auch Björn Erhart mit seinem schwächeren Fuß nach abgewehrter Ecke freistehend aus ca. 10 m nicht ins Tor traf, blieb es erst einmal beim 2-Tore –Vorsprung des TuS.

Sieboldshöhe hatte mittlerweile einen weiteren Stürmer gebracht und versuchte nach wie vor mit weiten Bällen in die Spitze zum Erfolg zu kommen … und sollte mit der ersten Chance im zweiten Durchgang sofort zum Torerfolg kommen. Ein Freistoß aus ca. 22 m blieb zwar in der vielbeinigen Abwehr von Röllbach hängen, viel jedoch direkt einem Postspieler vor die Füße, der sich die Chance aus ca. 7m Torentfernung nicht nehmen ließ und unhaltbar in die Maschen traf. Vorne die Möglichkeiten zum 3:0 nicht verwertet und hinten eine Chance zugelassen, schon stand es 2:1 und es wurde noch einmal eng.

Der Gastgeber verstärkte nun –bedingt auch durch eine offensivere Ausrichtung- den Druck und die Spielanteile waren in der Folgezeit nahezu ausgeglichen. Für den TuS ergaben sich –auch durch gefühlte 20 Fouls und den anschließenden Freistößen- in den letzten 30 Minuten immer wieder gute Torchancen, welche jedoch vorerst ungenutzt blieben. Sowohl Fabi Wolf mit einem Schuss aus ca. 20 m (57.Min., über das Tor) und Ole mit einem Flachschuss aus ca. 22 m (70.Min., knapp vorbei) hatten keinen Erfolg, als auch Shibby mit Freistößen aus ca. 25 m und 30 m (65.Min. und 85.Min, jeweils über Tor) und Ole ebenfalls mit einem Freistoß aus ca. 25 m (68.Min., über Tor) blieben ohne Zählbares.

Der Gastgeber versuchte nun Alles, biss sich aber ein ums andere Mal an der hervorragenden Deckung um den starken Steffen Rohmann und den überragenden Björn die Zähne aus. Dennoch kam ein Post-Stürmer mit einem Kopfball aus ca. 8 m Torentfernung (80.Min., in die Arme von Erich) noch einmal bedenklich nahe vor das TuS-Tor. Die endgültige Entscheidung und das dritte Tor für den TuS sollte aber durch einen der stärksten Röllbacher dann doch noch fallen.

Bei einem Freistoß für den Gastgeber aus dem Halbfeld konnte der sehr auffällige Chrissy Wolz die Kugel aus der Gefahrenzone befördern. Ole schnappte sich das Leder und ließ den Ball auf den aufgerückten Stubben prallen, der mit einem tollen Pass Maxi auf die Reise schickte. Maxi ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen, traf mit einem Flachschuss ins untere Toreck zum 3:1 und krönte seine starke Leistung mit seinem 2.ten Tor. 

Fazit:

Auch wenn man sich das gerne erspart hätte: Im Nachhinein hat vielleicht gerade noch solch ein Spiel mit diesen Verhältnissen gefehlt, um auch noch den letzten Pessimisten zu zeigen, welche willensstarke Mannschaft der TuS im Moment besitzt. Ob es am Ende aufgrund der starken Konkurrenz für einen Aufstieg reicht, wird sich zeigen. Fakt ist jedoch, dass die Truppe Woche für Woche beweist, dass sie für dieses Ziel alles geben wird und neben dem spielerischen Potential es auch versteht, kämpferisch zu überzeugen. Als Beispiel hierfür dient v.a. auch der vergangene Sonntag, als mehr als die Hälfte der Mannschaft das Spielfeld mit blutenden Kniegelenken verließ und Doc Fries anschließend alle Hände voll zu tun hatte.

Als Trainer und sicherlich auch als Verein kann man nur stolz auf solch eine Truppe sein. 

… und nicht zu vergessen: Mit seinem 22. Saisontor führt Ole in dieser „Hammer-Bezirksliga“ nun genauso alleine die Torjägerliste an, wie Routinier Marco Wolf bei der 2.Mannschaft. Eine tolle Leistung der Beiden!!