TSV Uettingen - TuS Röllbach   1:3 (1:1)

 

Mit einem hochverdienten 3:1 - Auswärtserfolg nahm der TuS am 12. Spieltag auch die Hürde Uettingen. In einer hitzigen und emotionsgeladenen Partie zeichnete die TuS-Elf insbesondere aus, dass sich die junge TuS-Elf (Mittelfeld und Offensive mit Altersdurchschnitt von ca. 21,5 Jahren) nicht durch die teilweise überharte Gangart der Gastgeber beeinflussen ließen und selbst nach dem Rückstand gegen eine äußerst defensive Heimelf mit viel Bewegung, Willensstärke und spielerischer Stärke den Ausgleich und anschließend auch die Entscheidung suchten. Bei beiden Teams schienen an diesem Tag die Nerven blank zu liegen ....  beim TSV sicherlich ob des schlechten Tabellenstandes, beim TuS wegen des oft zu harten Einsteigens der Heimelf. So gab es zum Ende der Partie -passend zu der aufgeheizten Atmosphäre- schließlich auch noch 2 vertretbare aber absolut unnötige rote Karten für Chrissy Wolz und den Uettinger Wiesinger.

Die Partie begann aufgrund des erforderlichen Trikotwechsels der Heimelf mit einigen Minuten Verspätung.

Von Beginn an war die Rollenverteilung an diesem Tag optisch bereits klar erkennbar: Der Gastgeber agierte sehr defensiv und lauerte auf Konter, wohingegen der TuS mit spielerischen Mitteln und -im ersten Durchgang geschätzten mindestens 75 % Ballbesitz- versuchte, das Abwehrbollwerk des TSV zu knacken. So spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Hälfte der Heimelf ab und TuS-Torsteher Erich Giesbrecht konnte v.a. in den ersten 45 Minuten einen sehr geruhsamen Nachmittag verleben.

Obwohl der TSV sehr kompakt agierte und mit viel Leidenschaft verteidigte, ergaben sich immer wieder Lücken im Deckungsverband und der TuS kam bereits zu Beginn der Partie zu guten Chancen.

Nach einem mit viel Übersicht ausgeführten Freistoß vom wieder sehr starken Florian "Shibby" Grimm kam Thorsten Schnall in ca. 14 m Entfernung halbrechter Position in eine gute Schussposition, verzog jedoch knapp am langen Pfosten vorbei (2.Min.).

5 Minuten später (7.Min.) war es der in die Anfangsformation aufgerückte und toll aufspielende Fabian Wolf, der eine Flanke mit dem Kopf verlängerte, jedoch am besten Uettinger, Keeper Fischer, scheiterte. 

Der TuS hatte das Spiel und den Gegner fest im Griff und das erste Tor  schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Wenig später passierte jedoch das, was den bisherigen (und anschließenden) Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte:

Nach einem Fehlpass an der Mittellinie kam Uettingens Meckelein an den Ball und startete zum Konter. Begünstigt durch das etwas ungestüme Angreifen des Röllbacher Verteidigers und dessen anschließenden Ausrutschens hatte der TSV-Angreifer an der Außenlinie freie Bahn und passte den Ball auf Höhe des Strafraums schließlich in die Mitte zu dem mitgelaufenen Mitspieler, dessen erster Schuss aus ca. 10 m Torentfernung von Steffen "Stubben" Rohmann zwar auf der Linie noch geklärt werden konnte, der Nachschuss jedoch noch zum Erfolg führte (15.Min.).

Wie man auf Uettinger Seite von einer "nicht unverdienten" Führung (O-Ton bei der "MainPost") sprechen konnte, hatte der TSV doch bis Mitte der zweiten Halbzeit nicht eine einzige weitere gefährliche Aktion, lässt sich aus Röllbacher Sicht nicht ergründen. 

Der TuS ließ sich jedoch nicht beeindrucken und kam zu weiteren guten Gelegenheiten, die jedoch allesamt erst einmal nicht zum Erfolg führten: Nach toller Vorarbeit vom überragenden Alex "Ole" Grimm konnte der agile Youngster Daniel Koch, der sich mit starken Leistungen einen Stammplatz erkämpfte, nahezu freistehend die tolle Schusschance aus ca. 11 m nicht nutzen (20.Min., am Tor vorbei), ein Freistoß von Ole aus ca. 30 m verfehlte das Ziel nur ganz knapp (30.Min.) und der Schuss von Fabian Wolf aus ca. 20 m konnte vom Keeper der Heimelf entschärft werden (40.Min.). Darüber hinaus blieb auch bei einem Foul an Ole im Strafraum der Pfiff des sehr guten Schiedsrichters aus.

Hatte der Gast aus Röllbach also bis dato keinen Erfolg mit seinen teilweise sehr guten Chancen aus dem Spiel heraus, musste also wieder einmal ein Geniestreich von Ole herhalten. Nach einem Foul ca. 25 m vor dem Gastgebertor, schnappte sich Ole in der 42.Min. den Ball und versenkte diesen gekonnt in die Maschen des Uettinger Alu-Rechtecks.

Mit diesem tollen und vor allem wichtigen Ausgleich zum Abschluss einer starken ersten Röllbacher Halbzeit ging es in die Pause. 

Mit frischem Elan und dem Willen, das Ergebnis endlich auch dem Spielverlauf anpassen zu wollen, kam der TuS aus der Kabine und machte mit einer Großchance von Daniel, der aus ca. 7 m Torentfernung am glänzend reagierenden Uettinger Torsteher scheiterte, da weiter, wo er kurz zuvor aufgehört hatte (50.Min.).

Nur 5 Minuten später aber sollten die Angriffsbemühungen der Gäste schließlich doch von Erfolg gekrönt sein: Nach einem weiteren Foulspiel ca. 30 m vor dem Gastgebertor war es Stubben, der die Kugel in den Strafraum beförderte und somit Nico "Immer in Bewegung" Heckmann über Umwege zu seinem 3. Saisontor verhalf. Hecko ließ sich bei dem Abpraller aus ca. 10 m Torentfernung nicht zweimal bitten und wuchtete den Ball unter die Latte.

Auch wenn der Gastgeber nun selbst gezwungen war, mehr für die Offensive zu tun, ergaben sich vorerst weiterhin nur Chancen für Röllbach. So blieb Keeper Fischer gegen den alleine vor ihm auftauchenden Daniel in einer 1:1 - Situation Sieger, indem er geschickt den Winkel verkürzte (65.Min.) und Fabian Wolf verzog seinen Schuss aus ca. 25 m nur knapp (70.Min.).

Die letzten 20 Minuten brachen an. Der Gastgeber brachte einen weiteren Stürmer für einen Abwehrspieler und riskierte nun mehr. Nach wie vor führte der TuS nur mit einem Tor, hatte aus der Vielzahl seiner Chancen zu wenig Kapital geschlagen und lief Gefahr, sich mit einem einzigen Gegentor um den Lohn seiner guten Leistung zu bringen. Glücklicherweise steht in Röllbach aber auch zwischen den Pfosten ein Fachmann, denn mit dem ersten richtigen Torschuss nach der 1:0-Führung wäre dem Gastgeber nach 75.Min. beinahe tatsächlich der Ausgleich geglückt, hätte Erich der Kugel nicht noch den entscheidenden "Wischer" verpasst. So blieb es noch beim 2:1, der TSV kam meist mit Standards vor das Gästetor und der TuS verpasste es, die sich bietenden Räume und tollen Konterchancen entscheidend zunutze zu machen. 

Die endgültige Entscheidung sollte 5 Minuten vor dem Ende des Spiels aber dann doch noch fallen, als Maxi Schreck mit einem abgefälschten Schuss aus ca. 12 m Torentfernung zum 3:1 traf (85.Min.). Drei Minuten später vergab der Uettinger Wiesinger noch eine hundertprozentige Kopfballchance!

Die Partie hatte seinen verdienten Sieger, leider aber auch noch einen negativen Höhepunkt zu bieten. Nach einem weiteren unnötigen rüden Foul an der Mittellinie ließ sich TuS-Akteur Chrissy Wolz zu einen Wortgefecht hinreißen, sodass dem Schiedsrichter keine andere Wahl blieb, als den Uettinger für sein hartes Einsteigen und Chrissy für seine Entgleisung mit Rot des Feldes zu verweisen.