TuS Röllbach - SV Euerbach/Kützberg  5:2 (3:1)

 

Röllbacher Rettung nach dem Abpfiff

Landesliga Nordwest: TuS gewinnt gegen Euerbach/Kützberg und profitiert von spätem Ausgleich in Karlburg

Aller Einsatz schien vergebens gewesen zu sein, doch dann kam die gute Nachricht aus Karburg: Dank eines Heimsiegs und Schützenhilfe kann der TuS Röllbach in die Sommerpause gehen.

 

Von tiefs­ter Tris­tes­se zum gren­zen­lo­sen Ju­bel bin­nen ei­ner Mi­nu­te: Als der Schlussp­fiff beim Spiel der Fuß­ball-Lan­des­li­ga Nord­west zwi­schen TuS Röll­bach und SV Eu­er­bach/Kütz­berg er­tön­te, hat­te Röll­bach zwar mit 5:2 ge­won­nen, trotz­dem sah man zu­nächst nur lan­ge Ge­sich­ter beim TuS-An­hang. Spieler machten ihrem Frust lautstark Luft, denn auf den anderen Plätzen schien alles gegen Röllbach gelaufen. Doch als die Nachricht vom Ausgleich in letzter Sekunde beim Spiel in Karlburg bekannt wurde, war plötzlich alles ganz anders.

Der TuS hatte tatsächlich noch den direkten Klassenerhalt geschafft, Karlburg muss in die Abstiegsrelegation. Röllbach war auf und um das Spielfeld im kollektiven Freudentaumel. Albano Carneiro, TuS-Trainer: »Man kann sich gar nicht vorstellen, was für ein wahnsinniger Druck gerade von mir abfällt. Meine Mannschaft hat einmal mehr nach dem unglücklichen Beginn eine sensationelle Mentalität gezeigt. Unser kleiner Ort bleibt im dritten Jahr in der Landesliga, das ist für uns wie eine Meisterschaft.«

Unglücklicher Auftakt

Die Partie gegen den spielstarken Gegner, immerhin als Tabellenvierter angereist, begann mehr als unglücklich. Torhüter Hurem Tarik leistete sich völlig unbedrängt einen katastrophalen Fehlpass, Brändlein erzielte ohne große Mühe das 1:0 für die Gäste.

Da wollte der Gegner nicht nachstehen, ein dilettantisches Foul an Alexander Grimm führte nach 13 Minuten zum Strafstoß, den Ludwig mit Wucht verwandelte. Torwart Husic bekam zwar die Hand an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.

Auch dem nächsten Röllbacher Treffer ging ein großzügiges Geschenk der Gästeelf voraus. Popa vertändelte als letzter Mann die Kugel, Alexander Grimm ließ sich nicht lange bitten und es hieß 2:1 für Röllbach (32.).

Dass sie auch selbst schöne Tore herausspielen können, bewiesen die Röllbacher in der 44. Minute: Einen toll vorgetragenen Angriff über die linke Seite vollendete Ludwig mit einem platzierten Schuss zum 3:1. Und hätte nicht Ackermann eine Minute später den Ball nur an die Latte gezirkelt, wäre bei 4:1 wohl schon alles klar gewesen.

Lob vom Gästecoach

Euerbach/Kützberg, das nur mit zwei Ersatzspielern, darunter der 44-Jährige Trainer Oliver Kröner, angereist war, zeigte zwar ansatzweise seine Qualität, kam aber nur selten in die gefährliche Zone. Bei der dicksten Chance machte Tarik seinen Fehler wieder gut, als er Brändleins Geschoss aus kurzer Distanz zur Ecke abwehrte. Kröner nach Spielende: »Glückwunsch an Röllbach, sie haben mit Herzblut gekämpft. Über unsere Leistung werden wir intern sprechen.«

Fabian Wolf hätte den Sack in der 59. Minute zumachen müssen, doch sein Lupfer über Torhüter Husic landete knapp neben dem Tor. So wurde es noch einmal spannend, denn Kraus verwertete drei Minuten später eine weite Flanke per Direktabnahme unhaltbar zum Anschlusstreffer.

Link sorgt für Vorentscheidung

Doch als der eingewechselte Till Link sich unwiderstehlich von der linken Seite in den Strafraum durchtankte und selbst flach vollstreckte, war die Vorentscheidung gefallen. Auch das 5:2 war sehenswert, Alexander Grimm köpfte eine perfekt getimte Flanke von der rechten Seite schulbuchmäßig ein, wobei die Gäste allerdings kaum noch Gegenwehr zeigten.

»Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, auf den Rest hatten wir keinen Einfluss. Ich fühle aber auch mit meinem Karlburger Kollegen und wünsche ihm für die Relegation alles Gute! Jetzt freue ich mich auf den Urlaub, das Nachsitzen hätte ich wirklich nicht gebraucht«, sagte TuS-Coach Albano Carneiro.

Quelle: www.main-echo.de